Israel: Roboterwaffen sollen in Nah-Ost-Konflikt eingreifen!

Israelisches autonom agierendes Patrouillenfahrzeug Guardium, Quelle: Wikimedia Commons

Der israelische Politiker Hiob Kara des konservativen Parteienbündnisses Likud, sorgte jüngst mit Äußerungen zu humanoiden Killer-Robotern für Schlagzeilen. Auf einer Kulturveranstaltung in Be’er Scheva erklärte er, dass das israelische Militär Killer-Roboter entwickelt, die in etwa drei Jahren in feindliches Territorium eindringen können, um Terroristen wie die Anführer der Hamas oder Hassan Nasrallah, Generalsekretär und Oberbefehlshaber der Hisbollah, auszuschalten.1 Die autonomen Tötungsmaschinen seien zudem ein wichtiges Mittel, um die Tunnelsysteme im Gaza–Streifen, die von der Hamas für koordinierte Angriffe auf israelisches Staatsgebiet genutzt werden, zu bekämpfen.2 Hiob Kara erläuterte in Bezug auf den Gaza-Konflikt 2014 wörtlich, dass die Killersoldaten die „…im Untergrund lebenden Ratten verfolgen und eliminieren…“ sollen und erst dann zurückkommen, wenn alle vernichtet wurden.3

Hiob Kara sieht in autonomen Waffen eine Möglichkeit, die eigenen Soldaten zu schützen und begründet dies mit eigenen familiären Verlusten während der Libanonkriege. Auf diese Weise würde vielen israelischen Familien großes Leid erspart werden.4 Der israelische Politiker erklärte zudem, dass die autonomen Tötungsmaschinen von Israel aus operieren und menschliche Ziele über lange Distanzen per Radar erfassen können. Aufgrund eines speziellen Materials seien die Roboter unverwüstlich. „Es [Der Killer-Roboter] kann nicht zerstört werden, es [er] kann nur zerstören.“, so die Aussage von Hiob Kara.5

In Israel entwickelte Drone IAI Harpy, die selbständig gegnerische Radarstellungen finden und angreifen kann auf der International Paris Air Show 2007

Der israelische Politiker Hiob Kara ist in der Vergangenheit schon öfters durch brisante Wortmeldungen aufgefallen. Die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen ist daher in Frage zu stellen.6 Sicher ist jedoch, dass das israelische Militär wie andere Militärmächte ihre Forschung und Entwicklung zu autonomen Waffensystemen intensiv vorantreiben.7 Die in Israel entwickelte Drone IAI Harpy kann bereits selbständig gegnerische Radarstellungen finden und angreifen. Auch das unbewaffnete und autonom fahrende Patrouillenfahrzeug Guardium an der Grenze zum Gaza-Streifen kann nach eigenen Angaben der Israel Defence Forces jederzeit mit Waffen ausgerüstet werden und autonom auf feindliche Aktivitäten reagieren.8

Hiob Kara’s Begründung zum Schutz israelischer Soldaten und ihrer Familien Killer-Roboter einzusetzen, ist vordergründig. Für ihn stellen die Tötungsmaschinen ein effektives Mittel im Nahostkonflikt dar. Dabei übersieht er wesentliche Bestimmungen der Genfer Konvention und des Humanitären Völkerrechts. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel gegenüber der militärischen Notwendigkeit, die Diskriminierung von Kombattanten und Zivilisten sowie die Vermeidung von unnötigem Leiden sind zentrale Eckpfeiler des Völkerrechts.9 Hiob Kara’s Einsatzszenarien sind mit diesen Prinzipien unvereinbar.

  1. http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Kara-I-wasnt-revealing-state-secrets-about-the-robots-482616 []
  2. http://www.i24news.tv/en/news/israel/diplomacy-defense/138653-170226-minister-claims-israel-developing-robot-assassins []
  3. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4927434,00.html []
  4. http://www.jpost.com/Israel-News/Politics-And-Diplomacy/Kara-I-wasnt-revealing-state-secrets-about-the-robots-482616 []
  5. http://jewishbusinessnews.com/2017/02/27/israeli-minister-eliminating-indestructible-robots/ []
  6. http://www.i24news.tv/en/news/israel/diplomacy-defense/138653-170226-minister-claims-israel-developing-robot-assassins []
  7. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4927434,00.html []
  8. http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/11444-20150619.pdf []
  9. https://www.amnesty.de/files/amnestyjournal0517final.pdf []

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