UN-Entscheidung über „Killer Robots“ naht

Autonomes unbemanntes Waffensystem der Firma EARTH (UAE) Bild: © Facing Finance

(Berlin/Genf, 13. November) Im Rahmen der derzeitigen Gespräche über konventionelle Waffen (Convention on Conventional Weapons / CCW) müssen die UN-Mitgliedstaaten bis Freitag darüber entscheiden, ob zukünftig über ein Verbot von vollständig autonomen Waffen (sog. Killer Robots) verhandelt werden soll.

„Die Staatengemeinschaft muss unverzüglich beginnen, aktiv zu werden, um ein Verbot für autonome Waffen sowohl national, als auch international durchzusetzen,“ fordert Thomas Küchenmeister von Facing Finance, einer deutschen Mitgliedsorganisation der Kampagne zum Verbot von autonomen Waffen (Campaign to Stop Killer Robots).“ Die Festlegung von Angriffszielen und Angriffsentscheidungen muss auch in Zukunft immer in der Hand des Menschen liegen, Maschinen dürfen niemals über Leben und Tod entscheiden“, betont Küchenmeister.

Vollständig autonome Waffen existieren bislang nicht. Teilautonome, roboterhafte Systeme aber, die über unterschiedliche Fähigkeiten in Bezug auf Autonomie und Letalität verfügen, sind bereits in den USA, in Israel, Südkorea und in Großbritannien im Einsatz. Andere Nationen mit hoch-technisierten Streitkräften, so etwa China und Russland, stehen im Verdacht Robotersysteme zu entwickeln, die im Einsatzfall die vollständige Entscheidungsgewalt der Maschine überlassen. Auch die Bundeswehr verfügt über Waffensysteme, die zumindest über teil-autonome Fähigkeiten verfügen.

Frankreich hat bei der aktuellen CCW-Konferenz in Genf den Vorsitz und wird ein Verhandlungsmandat über „tödliche autonome Waffen“ vorschlagen, über welches die Mitgliedsstaaten bis Freitag, den 15. November entscheiden.

Die Kampagne zum Verbot von autonomen Waffen unterstützt alle Aktivitäten, die dazu beitragen, ein Verbot für diese Waffen zu erreichen und sie begrüßt die Initiative im Rahmen der CCW. 1995 wurde an gleicher Stelle das CCW-Protokoll zum Verbot von Blendlasern beschlossen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Waffen präventiv verboten werden können, bevor sie jemals eingesetzt oder gehandelt wurden.

Facing Finance fordert darüber hinaus, dass Investoren sicherstellen sollen, keine Projekte bzw. Unternehmen zu finanzieren, die mit der Entwicklung oder der Produktion von autonomen Waffen in Verbindung stehen.

Kontakte:
Thomas Küchenmeister, Facing Finance e.V. (Campaign to Stop Killer Robots in Deutschland), +49 (0)1754964082, kuechenmeister@facing-finance.org

Mary Wareham, Human Rights Watch, Tel. +1 (646) 203-8292 (mobile), mailto:castenk@hrw.org

Mehr Informationen finden Sie hier (Englisch):

Weitere Informationen über die „Campaign to Stop Killer Robots“ finden sie online:

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